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dunkelblitz · 2 months ago
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Und wenn ich nicht gestorben wäre, liebte ich dich noch immer
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pollux-picard · 3 months ago
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Herrlich aktuell….
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handwerkstatt · 2 years ago
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Beim Maibaum-”Kranzen”
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inkognito-philosophin · 11 days ago
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Alles Bio? – Zur Genealogie der Moral in soziobiologischer Perspektive
Dass die menschliche Natur etwas mit der Moralität des Menschen zu tun hat, steht außer Frage. Was seit jeher umstritten ist und – soviel sei jetzt schon verraten – auch weiterhin heftig umstritten sein wird, das ist die Frage, was wir denn meinen, wenn wir von der „Natur“ sprechen.
Wenn Thomas von Aquin die natura humana anspricht, um den Hang des Menschen zum Guten zu erklären, meint er nicht das gewordene Genmaterial, sondern den seienden Geist Gottes, der das Gewissen formt, vor dessen Urteilskraft dem Menschen Tugenden und Laster als solche identifizierbar sind.
Wenn die Aufklärer von „Vernunftnatur“ sprechen, erscheint ihnen dabei die menschliche Ratio als unbestechlicher „Gerichtshof“ (Immanuel Kant), der in der Lage ist, Handlungen (eher: handlungsleitende Maxime und Normen) letztgültig als gut und böse zu qualifizieren.
Wenn nun die „evolutionäre Ethik“ von einer „Natur des Menschen“ spricht, dann meint sie die biologische Natur – alle anderen Naturvorstellungen, insbesondere, soweit sie eine metaphysische Ontologie des Naturbegriffs aufrechterhalten und die übernatürlichen Bezüge menschlicher Lebenspraxis betonen, werden je nach Temperament des Autors als „unwissenschaftlich“, „unvernünftig“ oder „unsinnig“ charakterisiert, wobei das naturalistische Paradigma eines streng materialistischen Biologismus zur Voraussetzung jedes Definitionsversuchs der Begriffe „Wissenschaft“, „Vernunft“ und „Sinn“ gemacht wird.
Dieses Vorgehen soll nun auch für die Erforschung der Ursprünge der Moralität fruchtbar gemacht werden.
Was bisher göttlich gestiftet, vernünftig verinnerlicht, erzieherisch vermittelt, gesellschaftlich gestützt und persönlich eingeübt wurde, das soll nun die Makroevolution erklären: das Gute, das Gerechte, das Selbstlose.
Im Gefolge von Edward O. Wilsons Empfehlung, „die Ethik vorübergehend den Philosophen aus den Händen zu nehmen und zu biologisieren“ („Sociobiology“, 1975) erscheinen in den letzten Jahren zahlreiche Schriften, die sich einer „evolutionären Ethik“ im Allgemeinen oder auch einer „Tierethik“ im Speziellen annehmen – Ethiken, die auf eine Moralität und daraus resultierende Handlungsdispositionen abzielen, welche biologisch, also mit unserer genetischen Konstitution vollständig erklär- und beschreibbar sind.
Vorbei die Zeit der Transzendenz- und Transzendentalkonzepte, die den Menschen erstens auf eine grundlegend andere Stufe hoben als Tiere und Pflanzen (etwa über Exklusivitäten wie „Seele“ oder „Vernunft“), um zweitens überhaupt erst so etwas wie Moral einführen zu können. Lange Zeit – jahrtausendelang – wäre über den moralischen Status von Tieren und Pflanzen oder gar über deren inhärente Moralität nicht ernsthaft verhandelt worden.
Diese Zeit ist, wie bereits erwähnt, vorbei. Unter der Prämisse, dass Menschen auch nur Tiere sind, die mehr oder minder zufällig zu sprechen und denken begannen, muss ja auch das, worüber gesprochen und gedacht wird, bereits im gemeinsamen Vorfahren beider Spezies angelegt und damit bei Mensch und Tier nachweisbar sein.
Antworten auf die Fragen des Menschen soll man demnach im biologisch-animalischen Anteil der menschlichen Natur suchen. Am besten gleich in der Tierwelt.
Einer der prominentesten Vertreter der Soziobiologie heute ist Frans de Waal. Einschlägig sind seine populärwissenschaftlichen Bücher „Primaten und Philosophen. Wie die Evolution die Moral hervorbrachte“ (2008) und „Der Mensch, der Bonobo und die zehn Gebote“ (2015).
Titel wie der „Der gute Affe“ (2000) und „Der Affe in uns“ (2006) sollen polarisieren und provozieren. Handeln Affen oder Menschen „gut“, dann tun sie dies genetisch prädisponiert und befördert durch den Selektionsdruck der Evolution, also „instinktiv“ und „artorientiert“.
Damit befördern sie wiederum die moralische Evolution ihrer eigenen Art. De Waal spricht in diesem Sinne von „sozialen Instinkten“, wenn er menschliche Moralität im evolutionären Prozess verankern will.
Vor allem ist es für de Waal die bei Affe und Mensch beobachtbare Rücksichtnahme auf Schwache, die sich unter der Voraussetzung, sie brächte Entwicklungsvorteile, durchaus mit den Annahmen der Evolutionstheorie nach Charles Darwin vereinbaren lässt.
Damit bleibt es auch bei de Waal bei der biologistischen Vorstellung, menschlicher Moralität (das heißt: altruistischem Verhalten) müssten letztlich jene naturgesetzlichen egoistischen Triebkräfte zugrunde liegen, die Richard Dawkins („The Selfish Gene“, zu deutsch: „Das egoistische Gen“, 1976) zu erkennen glaubte.
Das Problem liegt nun zunächst auf einer erkenntnistheoretischen Ebene:
Bei Tieren beobachtetes Verhalten wird vorschnell mit Begriffen belegt, die analoges menschliches Verhalten bezeichnen, ohne dabei wirklich zu zeigen, dass es sich um dieselben Motive und Gründe (oder überhaupt um Motive und Gründe im philosophischen Sinne) handelt, die ursächlich für das aufgetretene und insoweit empirisch erfahrbare Phänomen sind.
Ist das wirklich „Trauer“, wenn sich ein Schimpanse nach dem Tod eines Verwandten zurückzieht?
Ist das Teilen von Erdnüssen in der Schimpansen-Kolonie tatsächlich ähnlich zu bewerten wie die Funktionen einer Solidargemeinschaft?
Speist es sich aus geteilten ethischen oder handlungstheoeretischen Quellen?
Hat es überhaupt irgendetwas mit unserer Moralität zu tun, wenn wir bei Schimpansen oder anderen Tieren „moralisches“ Verhalten beobachten?
Trauer als rationalisierte Umgangsform mit Verlust, mit Leid, mit Schmerz erschöpft sich nicht in der Absonderung von der Gruppe und auch nicht in Tränen. Gerechtigkeit als Prinzip einer Gemeinschaft zeigt sich zwar auch im Teilen, lässt sich aber darauf bei weitem nicht reduzieren.
Die Krux an der Sache: Wir neigen (als Menschen, die wir nun mal sind) dazu, unsere abstrakten Deutungsmuster für unter uns auftretende Situationen (Trauer, gerechtes Handeln) auch auf ähnlich erfahrene Situationen im Tierreich anzuwenden.
In dem Sinne wenden wir hochkomplexe Begriffe der Psychologie und Moraltheorie auf instinktgeleitetes tierisches Verhalten an, in dem Sinne sprechen wir etwa auch vom „Bienenstaat“.
Treffen wir damit den Punkt?
Nein – beim Staat nicht, bei der Moral auch nicht.
Denn es gilt als allgemein anerkannt, dass die Rede von „Moral“ im negativen Modus die Freiheit zu unmoralischem Verhalten voraussetzt, ebenso wie die Absicht, die Maxime des Handelns auf Verallgemeinerbarkeit zu prüfen, was wiederum an die Abstraktionsfähigkeit des Handelnden gebunden ist, die schließlich auf das gründet, was wir Vernunft nennen.
Um sagen zu können, jemand handelt moralisch gut, müsste für diesen „Jemand“ die Möglichkeit vorausgesetzt werden zu erkennen, dass es wünschenswert ist, wenn alle so handelten und dass dieser Jemand deswegen aus einer Reihe von Handlungsmöglichkeiten diese eine frei ausgewählt hat.
Bedingung dieser Möglichkeit ist die Vernunft, mit deren Hilfe die abstrakte Prüfung auf Verallgemeinerbarkeit eigener Vorstellungen geleistet wird. All dies ist dem Moralbegriff inhärent, von all dem kann aber bei Tieren nicht gesprochen werden.
Denn allein dem Menschen ist die Intellektualität zu eigen, aus der die Fähigkeit zur Einsicht in die Gültigkeit von Prinzipien erwächst, denen er beim moralischen Handeln „aus Pflicht“ folgt, obgleich er die grundsätzliche Freiheit zur Möglichkeit verspürt, dies nicht zu tun. Im Humanum der Moral erhebt sich mit Blick auf die Ursache Vernunft über Instinkt, auf die Folge Handlung über Reflex und auf die Bewertung Intention über Funktion.
Die Soziobiologie hat ein anderes Konzept von Moral als die Philosophie, wenn sie Funktionalität und Intentionalität gleichsetzt.
Was in der Biologie möglich ist (wenn und soweit sie sich nicht-teleologisch versteht und daher von „Intention“ gar nicht die Rede sein kann), ist in der Philosophie ein schwerer Kategorienfehler.
Wenn der Biologe sieht, dass Affen einander helfen, fragt der Philosoph: „Schön, aber tun sie es mit Absicht?“ Die Soziobiologie ist in ihrem Bemühen um eine metaphysikfreie Ethik philosophisch schwach. Wilsons Programm einer „den Philosophen aus den Händen genommenen und biologisierten Ethik“ scheitert an der Komplexität des Gegenstands.
Die systematische Abwertung des Geistes erweist sich als Hybris einer Spielart der Naturwissenschaft, die sich zur Ideologie aufspreizt.
Der Szientismus ist selbst nicht wissenschaftlich, sondern weltanschaulich. Im Blick auf die Moral ist er kurzsichtig, ja, sogar blind. Er übersieht Entscheidendes: Die Moralität des Menschen ist nicht auf die Biologie des Menschen reduzierbar. Der Kardinalfehler der Soziobiologie liegt darin, dass er zwischen Beobachtung und Deutung keinen angemessenen Reflexionsraum vorsieht, in dem nach den Grenzen begrifflicher Analogien gefragt wird.
Instinkte oder Intentionen
– was genau ist Motiv und Grund dessen, das wir beobachten?
Für die Soziobiologie ist der Unterschied dazwischen irrelevant, weil der Geist, der ohne Rücksicht auf biologische Notwendigkeiten zu freien Entscheidungen befähigt (auch gegen einen etwaigen Evolutionsvorteil), in ihrem Menschenbild nicht existiert: Intention basiert dort auf Instinkt, ja, sie ist nicht mehr als kulturell verklärte Emergenz biologischer Triebhaftigkeit.
Wenn man schon davon ausgeht, dass die Evolution alles hervorgebracht hat, so hat sie freilich auch die Einsicht und mit der Einsicht die Freiheit und mit der Freiheit die Moral hervorgebracht.
Doch zumindest diesen Umweg muss auch der Soziobiologe gehen. Der unmittelbare Nachweis „moralischen“ Verhaltens bei Tieren geht am Eigentlichen der Moralität vorbei.
Die Soziobiologie schafft also das Problem der Genealogie der Moral nicht aus der Welt und die „evolutionäre Ethik“ löst ihr Versprechen, reinen Tisch zu machen mit metaphysischen Annahmen und damit die Lösung für die Frage nach der Ursache von Moralität biologisch zu beantworten, nur teilweise ein:
Die Metaphysik ist weg, die Lösung jedoch nicht da.
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makeoff93 · 4 months ago
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ungeheuerliches · 5 months ago
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foerdervereinststephanus · 5 months ago
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Unsere herzliche Einladung auch zum letzten Konzert in 2024. Nach dem Konzert laden wir zur Einstimmung auf die kommende Zeit zu einem Glühwein ein
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bohn-meinecke-art · 5 months ago
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colorfulpeacewolf · 1 year ago
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Momentane Lage und Was kommt
Hallo Zusammen, Wie ihr mitbekommen habt wird letzter Zeit weniger gebloggt. Es ist einiges an neuen Informationen eingetroffen über Träume, Astralwelten und Bewusstsein. Es ist enorm komplex und ich will nicht den Blog damit voll klastern. Es sind mehrere Bücher geplant und es soll auch Sinn ergebend klingen, daher wird es noch mehrere Monate dauern. Die Themen der kommenden Bücher werden…
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dunkelblitz · 2 months ago
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Viele Frauen wollen gute Männer - gute Männer wollen nur eine Frau
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der-saisonkoch · 1 year ago
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Der Tag in Südtirol 271223- 1 Arbeiternachrichten
Hier ist ein winziger Vergleich zwischen UdSSR und Russland. Alle russischen Bürger, die ich kenne, auch Geschäftsleute, gaben bei Gesprächen mit mir zu, die Sowjetunion war besser. Die „neutralen Schweden“ sind jetzt NATO. Wie früher. Herr Assange weiß das. Man träumt wieder von Großschweden. Wollen wir hoffen, die Türkei bekommt nur annähernd das, was ihnen versprochen wurde. Bei uns hier…
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baaldigital · 2 years ago
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inkognito-philosophin · 18 days ago
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Immer mehr psychisch Kranke – Eine Mental Health Krise?
Psychische Probleme nehmen gefühlt zu: ca. jeder 3. Mensch in Deutschland fühlt sich psychisch krank (1). Vor allem 49 % der Frauen geben im AXA Mental Health Report einen schlechten psychischen Zustand an. Erkranken immer mehr Menschen psychisch? Stecken wir mitten in einer mentalen Gesundheitskrise?
Warum gibt es so viele psychisch kranke Menschen?
Ob TV, Zeitungen oder Social Media – wer sich heute durch die Nachrichten wühlt bzw. durch die Content-Flut scrollt, kann den Eindruck bekommen, die ganze Welt sei psychisch am Ende.
In Magazinen sprechen Promis über ihre Depressionen, im Radio singen Stars wie Billie Eilish über Seelenschmerz und Therapie, und in den News wird immer mal wieder die Frage nach einer „Mental Health Crisis“ aufgeworfen. Nicht zu vergessen: die sozialen Medien mit ihren Mental Health Influencern.
Mittlerweile finden sich sogar in dem ein oder anderen Bekanntenkreis Personen, die von ihrer ADHS, Depression & Co. erzählen. Zumindest vom Hören-Sagen kennen wir alle jemanden, dem psychische Probleme nachgesagt werden. Vgl. Depression: gesellschaftliche Ursachen – politische, wirtschaftliche und soziale Determinanten
Wie kommt es, dass immer mehr Menschen psychisch erkranken? Oder anders gefragt: Warum fühlen sich immer mehr Menschen psychisch krank?
Pathologisierung von Gefühlen
Es ist doch wirklich sehr auffällig, dass immer mehr Gefühle und Verhaltensweisen, die früher als ganz normal galten, heute in der Schublade „pathologisch“ landen. Da hat der “therapeutische Diskurs” (Eva Illouz) seit den 1960ern ganze Arbeit geleistet und eine Reihe neuer Etiketten erschaffen, die unser Menschenbild stark beeinflussen.
Ergebnis: Selbst Menschen in einer vorübergehenden Krise wird schnell eine Krankheit aufgeschwatzt, obwohl sie nicht krank sind. » Vom Symptom zur Diagnose – Checkliste Depression
Das liegt selbstverständlich auch an den umfangreichen Diagnosesystemen, die alles in ihrer Liste führen, was nach der Meinung einiger Experten nicht ganz rund läuft im Kopf. Das ist mehr als bedenklich – und hat dazu geführt, dass sich in den vergangenen 40 Jahren (von 1980 bis 2024) die Anzahl der Störungen in den Diagnosekatalogen verdreifacht hat.
Auf der anderen Seite sickern psychologische (und pseudo-psychologische) Begrifflichkeiten in unsere Umgangssprache, die ebenfalls Einfluss auf das Selbsterleben ausüben. Wie “toxisch“, “schizo”, “depri” oder “triggern“.
Vgl. Pathologisierung & Medikalisierung – Die kranke Gesellschaft?
Selbst Trauer ist nicht mehr normal
Wenn wir alles abwerten, was nicht ins utopisch-positive Idealbild passt, wird es sehr schwierig. Das gilt vor allem für Trauer, die in eine gefährliche Nähe zur Depression oder Trauerstörung gestellt wird.
War es früher völlig okay, dass du mindestens ein Jahr lang um einen geliebten Menschen getrauert hast, werden dir heute nur jämmerliche 2 Wochen für den Trauerprozess eingeräumt.
Damit dürften die Diagnose-Zahlen in den nächsten Jahren weiter explodieren, schließlich sind wir alle mehrmals im Leben mit solchen Verlusten konfrontiert.
Psychotherapie als Lifestyle?
So werden heutzutage Menschen therapiert, die nicht auf eine Psychotherapie angewiesen sind, und denen es von selbst wieder besser gehen würde. Im Gegenzug finden diejenigen, die ernsthaft psychisch erkrankt sind, keine Therapieplätze.
Das ist ein großes Problem! Denn bei psychischen Krankheiten besteht viel häufiger, als viele denken, Suizidgefahr. Die Suizidzahlen in Deutschland stagnierten lange Zeit und stiegen im Jahr 2023 wieder auf 10.300/pro Jahr an (2).
Obendrauf kommt noch das “Yavis”-Problem (9) = young, attractive, verbal, intelligent, successful – zu Deutsch: junge, attraktive, wortgewandte, intelligente und erfolgreiche Patienten erhalten bevorzugt eine Psychotherapie, weil die Behandlung den Fachkräften einfacher/erfolgreicher erscheint. Schwere Fälle und Akutkrisen werden hingegen gerne gemieden.
Vgl. Klassismus in der Psychotherapie und Psychotherapie Kritik – Wie wirksam ist Psychotherapie wirklich? sowie Stigmatisierung in der Psychiatrie: Ignoranz & andere Übel.
Bitte nicht falsch verstehen: Wer in einer Krise steckt, braucht Hilfe. Das ist völlig legitim. Aber im Falle von depressiven Verstimmungen oder anderen Lebens-Problemen braucht es eben keine medizinische Behandlung, sondern psycho-soziale Unterstützung in Form von Seelsorge, praktischen Hilfen, Coachings, evtl. Präventionskursen u. v. m.
Warum fühlen sich immer mehr Menschen psychisch belastet?
Die Krankenkassen verzeichnen eine steigende Anzahl von psychischen Diagnosen bei ihren Versicherten. Da sollten alle Alarmglocken schrillen, denn es muss ja Gründe geben, warum sich so viele Menschen krank fühlen.
Im Tagesspiegel heißt es dazu (3): »"Viele Menschen erleben angesichts der Weltenlage Unsicherheit und Kontrollverlust. Das kann dazu führen, den Boden unter den Füßen zu verlieren“, sagt KKH-Arbeitspsychologin Antje Judick. Auch manche Nachwirkungen der Corona-Pandemie würden sich erst jetzt zeigen. (…)«
Allerdings waren die Menschen schon immer sozialen Ungleichheiten, wirtschaftlichen Unsicherheiten, Kriegen, Naturkatastrophen und Epidemien ausgesetzt, ohne massenhaft psychisch zu erkranken. Vgl. Depression: Gesellschaft
Hoher Stresslevel in der Moderne
Daher führen Experten weitere mögliche Gründe an: Digitalisierung, Beschleunigung, Globalisierung etc. Gleichzeitig verändern sich weitere Lebensstrukturen, wie Familien und Partnerschaftsmodelle.
Dr. Carlos Schönfeldt-Lecuona vom Universitätsklinikum Ulm meint sogar:
"Heute stehen die Menschen allgemein stärker unter Stress. In Kombination mit weiteren Faktoren senkt dies die Schwelle für die Entwicklung psychischer Erkrankungen. Die Menschen werden anfälliger für psychische Störungen und indirekt auch für körperliche Leiden."  -- Dr. Carlos Schönfeldt-Lecuona, Quelle 5
Vgl. Warum werden Menschen psychisch krank? – Philosophie über menschliche Vulnerabilität
Arbeitsverdichtung & Belastung
Immer wieder stehen auch die erhöhten Arbeitsbelastungen in der Kritik. Zu Recht, denn auch hier sorgen Digitalisierung und Arbeitsverdichtung nicht unbedingt für mehr Produktivität/Effizienz, sondern vor allem Druck.
Neue Technologien erfordern zudem flexible Anpassung an neue Anforderungen im Job, immer und immer wieder. » Psychosoziale Faktoren der Depression
Kindheit heute
Und was ist eigentlich mit den Normierungen, die unser gesamtes Leben durchziehen? So schreibt der Pädagoge und Soziologe Martin Textor (10):
“Eigentlich ist es ein Wunder, dass viele (Klein-) Kinder trotz all der Verschulung der frühen Kindheit, der ständigen Überwachung, der fortwährenden Überprüfung ihrer Entwicklung und der häufigen korrigierenden Interventionen noch fröhlich sind. Hier zeigt sich die große Resilienz von Kindern"
Soziales Netz
Last but not least sind soziale Umwälzungen nicht zu unterschätzen. Einerseits sind traditionelle, unterstützende Familienstrukturen immer noch das Ideal schlechthin.
Andererseits findet sich dieses Idealbild immer seltener in der Wirklichkeit (falls es überhaupt außerhalb gehobener Schichten existierte), was wiederum den veränderten Arbeitsverhältnissen und Lebensbedingungen geschuldet ist. Ähnliches gilt auch für andere soziale Beziehungen und Netzwerke.
Informations-Überflutung & kognitive Überlastung
„Need for Cognitive Closure“ (Bedürfnis nach Abgeschlossenheit) ist ein Schlagwort aus der Sozialpsychologie. Der Begriff beschreibt das menschliche Bedürfnis danach, Handlungen oder Ereignisse abzuschließen, klare Antworten in Wissensfragen zu erlangen, Unsicherheiten auszuräumen usw. Kurz: Unfertiges und Zweideutigkeiten können mental-emotional belasten.
Eine häufige These besagt daher, dass die ständige Informationsflut an neuen Meldungen, gegensätzlichen Infos und vielfältigen Darstellungen das Bedürfnis nach Abgeschlossenheit untergraben. Wir werden mit einer Unzahl an konzentriertem Content überhäuft, den wir weder kognitiv noch emotional in so schneller Zeit verarbeiten können.
Das Resultat: Überforderung.
Doomscrolling: negative News überall
Mediale Omnipräsenz von Leid & Unglück
In den USA ist die Mitgefühlsmüdigkeit (Compassion fatigue) bei medizinischem Fachpersonal oder pflegenden Angehörigen bereits ein Thema. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Traumaforschung und ist hierzulande als “sekundäres Trauma” / sekundäre Traumatisierung bekannt. 1995 bemerkte der Psychologe Figley, dass Personal, das regelmäßig mit traumatisierten Menschen in Kontakt kam, ähnliche Beschwerden ausbildete wie die Patienten selbst.
Zur Compassion Fatigue zählen Symptome wie Gefühllosigkeit (Empathielosigkeit), Aggressivität, Anhedonie, Zynismus, Schlafstörungen, Angst, Schuld- und Schamgefühle etc.
Etwas Ähnliches lässt sich auf gesellschaftlicher Ebene beobachten: Heutzutage werden wir durch Digitalisierung und Globalisierung viel häufiger und intensiver mit Kriegen, Unglück, Katastrophen konfrontiert. Und das multimedial in Form von Bildern, Videos, Texten und Podcasts. In US-Medien ist teilweise von “Worry Burn-out“ die Rede.
Das geht nicht spurlos an einem Menschen vorbei, dauerhafte Angst mitsamt Stress erschöpft psychisch und physisch. Sie macht langfristig unempathisch, zynisch, stressanfällig u. v. m.
Was sagen die Betroffenen selbst?
Beim AXA Mental Health Report 2023 gaben die Teilnehmer an, was genau ihr psychisches Wohlbefinden beeinträchtigt.
Die Antworten:
steigende Preise und Lebenshaltungskosten (89 %)
Krieg (81 %)
Wirtschaft (76 %)
Klimawandel (67 %)
Die 18- bis 24-Jährigen betonten weitere Faktoren:
das eigene Körperbild (75 %)
gesellschaftliche Erwartungen (75 %)
sozialen Medien (ca. 60 %)
ständige Erreichbarkeit im Internet (ca. 60 %)
Während die Älteren reale Existenzsorgen belasten, leiden die Jüngeren zusätzlich unter sozialen Normen (bzgl. Aussehen, Leben und Leistung).
Quellen:
1) AXA Mental Health Report 2023 2) aerzteblatt.de: Suizidprävention: Verbände beziehen diese Woche Stellung (02.12.2024) 3) Karin Christmann: Depression, Überlastung, Stress: Immer mehr Berufstätige sind psychisch krank (Tagesspiegel, 09.08.23) 4) Stiftung Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg: Psychische Erkrankungen nehmen zu (16.02.204) 5) Andrea Weber-Tuckermann: »Die Menschen werden anfälliger für psychische Erkrankungen«. Interview mit Prof. Carlos Schönfeldt-Lecuona (Universität Ulm) 6) Lothar Nickels: Psychische Erkrankungen nehmen zu (Planet Wissen) 7) Julia Lorenz, Dr. Jakob Simmank: Und immer reden die Falschen (Zeit online, 18.02.2024) 8) Gitta Jacob: „Wir reparieren immer nur die anderen“ (Psychologie heute, 04.12.2020) 9) Jenny Bargetzi, Simon Hehli: Die Pathologisierung der Gesellschaft: «Menschen werden unnötigerweise zu psychisch Kranken gestempelt» (Interview in Neue Zürcher Zeitung, 09.01.2024) 10) Martin R. Textor: Die Normierung, Pathologisierung, Kasernierung und Programmierung des Kindes (Das Kita-Handbuch, 25.04.2021)
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sk-burgtheater · 2 years ago
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pressmost · 2 years ago
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Ardagger - Frühstücksnews - Mittwoch, 2.8.2023
Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger! INFRASTRUKTUR – das ist lt. google: …….die Ausstattung eines Landes, die für das Funktionieren und die Entwicklung einer Volkswirtschaft nötig ist. Im Vordergrund steht meist die materielle Infrastruktur, also etwa Straßen, Brücken, öffentliche Gebäude, Datenleitungen und Kanalisation. Weiters gehören noch dazu: ……….die Strom- und…
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